Galaxy Z Fold 6 im Test: So praktisch ist das Top-Falthandy im Alltag

Ist das Faltdisplay im Alltag nützlich? Das muss das Galaxy Z Fold 6 im Test beweisen. (Bild: Handyhase.de)
Wem herkömmliche Smartphones zu wenig Displayfläche bieten, der oder die muss nicht zwingend zu einem Tablet greifen. Falthandys stellen eine interessante Alternative dar. Samsung hat zwei Modelle am Start, das wie ein Klapphandy designte Galaxy Z Flip 6 und das wie ein Buch zu öffnende und zu schließende Galaxy Z Fold 6. Letzterer Neuzugang ist als Tablet-Ersatz besonders interessant.
Samsung hat im Vergleich zur vorherigen Generation neue Rechentechnik sowie ein etwas größeres Display spendiert und auch sonst an einigen Stellen gefeilt. Reicht das für eine Kaufempfehlung und einen Platz in der Liste der besten Foldable? Das muss das Samsung Galaxy Z Fold 6 im Test beweisen.
Design: Schlanker, edler, weiterhin wackelig
Am Designkonzept hat sich nichts geändert. Im zusammengeklappten Zustand siehst Du das Außendisplay und hinten die plane Rückseite mit den Kameras. So wirkt das Fold 6 wie ein herkömmliches Smartphone. Klappst Du es auseinander, zeigt sich der größere Bildschirm, der sich fast über die gesamte Innenfläche erstreckt.
Unterschiede gibt es im Detail. Das Gehäuse ist kantiger und schlanker im Vergleich zum vorherigen Modell. Das Gewicht ist um 15 auf 239 Gramm gesunken. Aufgeklappt misst der Neuzugang 5,6 statt 6,1 Millimeter, zugeklappt sind es 12,5 statt 13,4 Millimeter.
Damit trägt Samsungs Falter in der Hosentasche zwar immer noch dick auf, liegt aber im Einsatz sehr gut in der Hand.

Die Verarbeitung des Scharniers und des gesamten Gehäuses ist hochwertig. Nervig ist der Kamerabuckel, der das Galaxy Z Fold 6 im Test stark kippeln lässt. (Bild: Handyhase)
Die Verarbeitung ist unverändert hoch. Der Rahmen und die Rückseite des kleineren Außendisplays sind aus mattem Metall. Daher bleiben Fingerabdrücke darauf unauffällig. So kommen die fünf wählbaren Gehäusefarben (Schwarz, Weiß, Silber, Pink und Blau) gut zur Geltung.
Davon siehst Du natürlich nur was, wenn Du das Gerät nicht in eine Hülle steckst. Das solltest Du aber besser tun. Denn das Gehäuse ist gemäß IP48-Schutz nur gegen Wasser, aber nicht wirksam gegen kleine Staubpartikel abgedichtet.
Und noch ein Manko: Wegen der weit überstehenden Kameralinsen kippelt das auf einer Oberfläche abgelegte Galaxy Z Fold 6 im Test stark. Es wackelt bei Fingereingaben auf dem auseinandergefalteten Display.
Das gilt erst recht, wenn Du den Digitalstift S-Pen verwendest. Der gehört übrigens nicht zum Lieferumfang. Er ist extra zu kaufen. Am besten lässt sich das Galaxy Z Fold 6 im Test bedienen, wenn wir es in der Hand halten.
Display: größer und heller
Trotz weniger Gewicht und Bautiefe bietet das Fold 6 mehr Displayfläche, allerdings nur auf der Außenanzeige. Sie misst nun 6,3 Zoll in der Diagonale (0,1 Zoll mehr). Mehr ist in dieser Hinsicht besser. Wegen des schmalen Seitenverhältnisses von 22:9 lässt sich auf der Displaytastatur weiterhin schlechter tippen als auf einem breiteren Smartphone mit 16:9-Verhältnis.

Das Außendisplay des Z Fold 6 ist im Vergleich zum Vorgängermodell um 0,1 auf 6,3 Zoll gewachsen. Schmaler als normale Smartphones ist das Gerät im gefalteten Zustand dennoch. Dadurch tippt es sich schwerer auf der Tastatur. (Bild: Handyhase)
Willst Du mehr, klappst Du das Gerät auf wie ein Buch und nutzt das 7,6 Zoll große Innendisplay. Sein Einsatz erwies sich im Alltagstest in vielen Situationen nützlich. Bei der Reiseplanung mit Google Maps, beim Lesen von Zeitschriften in Amazon Kindle oder beim Scrollen in Handymagazinen ist der breite Bildschirm von Vorteil.
Fotografierst Du mit der Kamera-App im auseinandergefalteten Zustand, nutzt die Samsung-Software die größere Displayfläche für eine Galerie der drei zuletzt aufgenommenen Bilder. Die meisten Anwendungen bieten aber keine spezielle Ansicht für das große Faltdisplay.
Die Falzstelle des Smartphones bleibt für gewöhnlich deutlich sichtbar, insbesondere in heller Umgebung und wenn Du seitlich auf das Display schaust. Nur im Schummerlicht und aus zentraler Perspektive fällt sie nicht auf.
Die Bildqualität ist tadellos. Obwohl beide Displays vergleichsweise niedrig aufgelöst sind – die Front bietet nur HD+ – zeigen sie alle Inhalte vollkommen scharf. Mit bis zu 120 Hertz ist der Bildaufbau stets angenehm flüssig.
Die Anzeigen nutzen AMOLED-Technik (Details in unserem Display-Lexikon) und stellen daher Kontraste und Farben satt und detailreich dar. Ab Werk sind sie für unseren Geschmack etwas zu intensiv abgestimmt. Wir wechseln in den Optionen zur natürlichen Farbwiedergabe.

Auf dem großen Innendisplay macht das Lesen von Webseiten viel Freude. Beide Displays sind hell genug, dass man auch draußen darauf unangestrengt etwas erkennen kann. (Bild: Handyhase)
Dagegen uneingeschränkt prima: Das Display-Duo leuchtet bei Bedarf sehr hell, und zwar laut Hersteller mit bis zu 2.600 Nits (Z Fold 5: 1.750 Nits). Dadurch können sie auch gegen starken Sonnenschein anstrahlen. Selbst dunkel inszenierte Netflix-Videos lassen sich im hellen Tageslicht draußen gut erkennen und unangestrengt anschauen.
Den Ton zum Bild hörst Du aber besser über Kopfhörer. Denn die verbauten Stereo-Lautsprecher klingen zwar klar und detailreich, aber dünn – sie lassen Bass vermissen.
Leistung und Anschlüsse
Am Arbeitstempo gibt es nichts zu meckern. Sowohl Produktiv-Apps wie Lightroom als auch grafisch anspruchsvolle Spiele wie „Call of Duty: Warzone“ flutschen geschmeidig über den Bildschirm.
Das überrascht nicht, schließlich steckt mit dem Snapdragon 8 Gen 3 von Qualcomm im Z Fold 6 die schnellste Prozessortechnik, die die Android-Welt derzeit hergibt. Selbst wenn die Rechenhardware stundenlang hitzige Spiele-Gefechte zu bestreiten hat, wird das Smartphone-Gehäuse höchstens handwarm, aber niemals unangenehm heiß. Dafür sorgt eine große Dampfkammer-Kühlung, die Abwärme abführt.
Dass der Rechentechnik wie beim Fold 5 unverändert „nur“ 12 GB Arbeitsspeicher zur Seite stehen, stört im Alltag nicht. Im vorherigen Hands-on hatte sich die Handyhase-Redaktion noch gewundert, dass es sich dabei um genauso viel RAM handelt wie beim massentauglicheren Galaxy Z Flip 6. Schließlich spricht das Fold die produktivere Zielgruppe der Business- oder Gaming-Kundschaft an. Doch weder die eine, noch die andere dürfte von der Leistung enttäuscht sein.
Einzig unter dem Labor-Mikroskop zeigt sich, dass der Falter nicht so dicke Muckis hat wie Samsungs S24-Serie. Im Test-Parcours mit dem grafikorientierten Benchmark Wild Life Extreme (4.473 Punkte) bleibt das Fold 6 hinter dem 24 Ultra (4.528 Punkte). Im CPU-Benchmarks von Geekbench muss sich das Fold 6 (Single-Score 2.083, Multi-Score 6.437) bereits dem Galaxy S24+ geschlagen geben.
Die unterschiedlichen Leistungsreserven werden sich frühestens in ein paar Jahren bemerkbar machen, wenn die Software anspruchsvoller geworden ist. Für den aktuellen Alltag erweist sich das Galaxy Z Fold 6 im Test mehr als kraftvoll genug.
Hingegen beim Anschlussangebot steht der Falter kein bisschen zurück. Mit 5G, Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3 vermisst Du keine moderne Funktechnik. Ins Mobilfunknetz buchst Du Dich per Dual-SIM über zwei Nano-Karten oder eSIM-Profil ein. Mittels des USB-C-Anschlusses verbindest Du das Samsung-Smartphone im Desktop-Betriebsmodus DeX mit einem Monitor und nutzt es wie einen Laptop.
Akku: Eher lahmes Schnellladen
Der Akku ist nicht das größte Highlight des Galaxy Z Fold 6 im Test. Mit einer Kapazität von 4.400 mAh bleibt Samsung unter dem üblichen Standard von 5.000 mAh. Der Energiespeicher bringt uns im Test locker über den Tag, aber auch nicht viel länger.
Aufladen lässt sich das Falthandy mit maximal 25 Watt, vorausgesetzt Du hast ein passendes Netzteil. Samsung legt keines in den Karton. Ein Extra-Kauf ist nötig. Außerdem bleibt der Konzern mit 25 Watt am unteren Ende der Ladeleistung von Schnellladeverfahren. Etwa eineinhalb Stunden dauerte es, bis der Akku wieder voll war.
Alternativ zum USB-Netzteil lädst Du das Galaxy-Smartphone kabellos mit 15 Watt. Umgekehrt kann das Handy über die Ladefläche auf der Rückseite per Wireless-Reverse-Charging auch andere Geräte mit Energie versorgen, etwa Kopfhörer-Dosen.
Kamera: Tolle Hauptknipse, die anderen sind auch nicht schlecht
In Sachen Handy-Kamera setzt Samsung fast vollständig auf das bewährte Set-up aus dem vorherigen Modell. Das heißt: Hinten gibt es das bei teuren Geräten übliche Trio aus Weitwinkel-, Tele- und Ultraweitwinkelobjektiv. Letzteres bietet nun wie die weitwinklige Hauptkamera HDR-Aufnahmen. Sonst bleibt alles gleich.
Für Selfies gibt es eine sichtbare Kamera auf dem Außendisplay und eine in die Anzeige eingearbeitete und damit fast unsichtbare Kamera im Innendisplay.

Die Kameraausstattung ist gut, die Qualität der einzelnen Kameras schwankt aber. (Bild: Handyhase)
Die Kameras des Galaxy Z Fold 6 im Test
Die Hauptkamera liefert im Hellen wie im Schummerlicht eine sehr gute Bildqualität. Ihr Vorteil: Der 50-Megapixel-Sensor packt im Normalfall je vier Pixel zu einem zusammen und rechnet das Ergebnis auf 12 Megapixel hoch, was auch in schwierigen Lichtsituationen zu einem hervorragend belichteten Bild führt.
Die Ultraweitwinkelkamera (12 Megapixel) und die Telekamera (10 Megapixel) beherrschen diesen Trick nicht. Schlecht ausgeleuchtete Szenen verzeihen sie weniger. Insbesondere die Ultraweitwinkeloption ist etwa in schummerigen Innenräumen kaum zu gebrauchen. Sie neigt dann vor allem an den Rändern zu einer matschigen Darstellung.
Die Bildqualität der Telekamera ist trotz der niedrigeren Auflösung besser. Im Hellen gibt es kaum etwas auszusetzen. Schade, dass ihre optische Vergrößerung mit einem 3fachen Faktor arg begrenzt ist.
Die Aufbereitung der Bilder durch Samsungs JPG-Engine ist gelungen. Farben, Schärfe, künstlichere Hintergrundschärfe und HDR-Belichtung in Hochkontrastsituationen wirken sehr natürlich. Wer im optionalen „Expert Raw“-Modus zum Rohdatenformat DNG wechselt, kann bei sehr ungünstigen Lichtverhältnissen geschossene Fotos noch besser nachbearbeiten. Außerdem simuliert dieses Plug-in einen ND-Filter. Dadurch gelingen Dir in heller Umgebung einige sonst nur im Dunkeln möglichen Effekte, etwa Fließgewässer einen samtigen Schleier-Look zu verpassen.
Software mit KI und langer Update-Versorgung
Samsung liefert das Galaxy Z Fold 6 mit Android 14 aus, stülpt aber die hauseigene Bedienoberfläche One UI drüber. Dadurch hat der Galaxy-Konzern mehr Kontrolle darüber, mit welchen zusätzlichen Funktionen er das Betriebssystem ergänzt und wie lange er die Software pflegt.
Das Ergebnis: Für das Z Fold 6 stehen sieben Jahre Updates bis Android 21 und One UI 13 in Aussicht. Zusammen mit Google bietet Samsung damit derzeit am längsten Android-Updates.
Funktional hebt sich Samsung durch das umfangreiche Angebot von generativer KI ab. Dabei handelt es sich um Kern um die gleichen KI-Funktionen, die unter dem Marketingbegriff Galaxy AI in diversen aktuellen Samsung-Geräten stecken, etwa Formulierungsvorschläge für E-Mails und Social-Media-Beiträge oder Zusammenfassungen von Web-Artikeln im Samsung-Browser. Da das bekannt ist, verzichten wir an dieser Stelle auf einen ausführlichen Test (Unsere Galaxy-AI-Erfahrungen mit einem S24 liest Du in einem eigenen Beitrag nach).
Interessanter sind zwei Neuerungen, die Samsung zum Start des Galaxy Z Fold 6 nachlegte. So nutzt die Dolmetscher-App im Konversationsmodus beide Displays des Falthandys. Das Außendisplay dient Deinem Gegenüber zum Ablesen der Übersetzung Deiner Worte, während Du auf dem Innendisplay die Übersetzung der Worte des oder der Anderen abliest. Das klappt im Test gut, sofern wir nicht nuscheln.
Ebenfalls neu: Die Galerie-App beinhaltet nun ein Porträt Studio, in dem KI-Algorithmen einem Gesichtsfoto auf Wunsch den Look eines Cartoons, eines Aquarellbildes oder einer Bleistiftskizze verleihen. Die Ergebnisse weisen keinen KI-typischen Bildfehler auf und eignen sich daher prima, wenn Du mal Abwechslung für Dein Social-Media-Profilbild brauchst.
Exklusiv sind die beiden neuen Funktionen aber nicht. Per Update liefert Samsung sie auch auf andere Smartphones aus.

Per generativer KI erstellt die Galaxy AI auf dem Galaxy Z Fold 6 im Test aus einem Porträt einen 3D-Cartoon. (Bild: Handyhase.de)
Hoher Preis? So kommst Du günstiger ans Galaxy Z Fold 6
Technisch sind Falthandys ausgereift und damit massentauglich geworden. Auf die Preise gilt das nicht zu, sie sind noch lange nicht fürs breite Publikum erschwinglich. Das Galaxy Z Fold 6 ist im Vergleich zum vorherigen Modell sogar 100 Euro teurer. Damit knackt selbst der Startpreis von 1.999 Euro fast die 2.000-Euro-Grenze. Dafür gibt es wie gehabt 12 GB Arbeitsspeicher und einen Speicherplatz von 256 GB. Für die Varianten mit 512 GByte oder 1 TByte werden 2.119 Euro respektive 2.359 Euro fällig.
Fazit: Starker Falter zum stolzen Preis
Samsung zeigt mit dem Galaxy Z Fold 6, dass Falthandys ausgereift und alltagstauglich geworden sind. Und der Neuzugang stellt einen besonders edlen Vertreter der jungen Smartphone-Kategorie dar. Viele Stärken, kaum Schwächen können wir beim Galaxy Z Fold 6 im Test erkennen.
Das Gerät steht für ein elegantes, kantiges Foldable-Design, das immer handlicher und hosentaschentauglicher wird. Zudem überzeugen die brillanten, hellen Displays. Zwar ist die Falz beim innen liegenden Klappdisplay noch zu sehen, aber kein Störfaktor mehr. Arbeitstempo und Anschlussausstattung sind tadellos, selbst wenn das Fold 6 nicht mit den aller stärksten Leistungswundern aus Samsungs Smartphone-Portfolio mithalten kann.
Der Akku ist zwar nicht der ausdauerndste und auch kein besonders flink ladender Energiespeicher, aber setzt auch keine einengenden Grenzen im Smartphone-Alltag. Die Hauptkamera liefert Bilder auf sehr hohem Qualitätsniveau. Die Nebenkameras fallen zwar etwas ab, aber das ist bei herkömmlichen Smartphones nicht anders.
Die KI-Funktionen von Galaxy AI setzen noch keine unwiderstehlichen Kaufanreize, erweisen sich aber in bestimmten Situationen als nützlich. Stark ist die lange Update-Versorgung, mit der sich Samsung von den meisten anderen Herstellern absetzt.
Die einzige echte Schwäche ist der Preis. So massentauglich die Technik auch ist, für den hohen Preis gilt das nicht. Hier greift nur zu, wer das Neueste vom Neuen bevorzugt. Wegen der geringen Unterschiede zum Vorgängermodell lohnt sich auch noch ein Blick auf das Galaxy Z Fold 5, das zu einem günstiger zu haben ist. Für wen einzig das Fold 6 infrage kommt, der oder bekommt viel Falter fürs Geld.
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